Bücher des Monats – von Schülern empfohlen

 

April 2012

 tschick


Wolfgang Herrndorf: Tschick
Rowohlt 2010, 254 Seiten, 8,99€, geeignet für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Das Buch handelt von zwei Jungen: Maik, der Schüchterne, und der Russlanddeutsche Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, der Draufgänger können sich anfangs nicht leiden. Doch als Maiks Mutter erneut in eine Entzugsklinik kommt und sein Vater mit seiner Geschäftspartnerin namens Mona auf eine „Geschäftsreise“ fährt, muss Maik die Sommerferien alleine am Familienpool verbringen. Aber dann taucht Tschick, der Neue in Maiks Klasse, mit einem gestohlenen Lada in der Hofeinfahrt auf und eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die ostdeutsche Provinz beginnt.
Die beiden 14-jährigen Jugendlichen verbindet bald eine tiefe Freundschaft. Zusammen erleben sie eine Menge Abenteuer, lernen interessante Leute kennen, finden Freunde und finden dabei Schritt für Schritt zu sich selbst.
Herrndorf schafft es in „Tschick“, die Leser mit einem authentischen und jugendlichen Schreibstil direkt in das Geschehen einzubeziehen. Das Buch überzeugt durch einen knappen Wortschatz und einer amüsanten Schilderung des Geschehens aus der Sicht Maiks.  Der Roman erhielt 2011 den deutschen Literaturpreis sowie den Clemens-Brentano-Preis sowie im Jahr 2012 den Hans-Fallada-Preis. Ein „Lese-Muss“ für Jung und Alt.


Die Klasse 9c im Fach Deutsch
unter der Leitung von StRefin Katharina Marr


Februar 2012

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Mirjam Pressler: Nathan und seine Kinder
Beltz, 2010, 264 Seiten, 12€, geeignet für Jugendliche ab 14 Jahren

Die gegenwärtig stets aktuelle Handlung spielt zur Zeit der Kreuzzüge, in der damals wie heute die Frage nach der einzig wahren Religion im Vordergrund steht.
In Mirjam Presslers Roman „Nathan und seine Kinder“, einer Variation des Lessingschen Dramas „Nathan der Weise“, geht es um Nathan, einen reichen, jüdischen Geschäftsmann. Dessen Adoptivtochter Recha, welche fast bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen wäre, sich in ihren Retter, einen jungen Tempelritter, verliebt. Nathan möchte dem Tempelherrn danken, aber dieser lehnt den jüdischen Kaufmann aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer anderen Religion ab. Obwohl der Tempelritter auch Gefallen an Recha, dem jüdischen Mädchen gefunden hat.
Der über die Stadt Jerusalem herrschende Sultan Saladin lässt in dieser Zeit alle Gegner des Islams töten, da er diesen für die wahre Religion hält. Saladin ist neben seiner Tyrannei und Grausamkeit gegenüber Andersgläubigen auch für dessen Verschwendung von Staatsgeldern bekannt. Als er in Geldnot steckt, lässt er den reichen Juden Nathan zu sich rufen. So fragt der Herrscher Nathan, welche Religion wohl die Beste sei. Doch Nathan, schlau und tolerant, beantwortet die Frage des Sultans mit der Ringparabel, dem Gleichnis der drei Religionen: Christentum, Judentum und Islam. Daraufhin erkennt Saladin die Gleichwertigkeit der drei Glaubensrichtungen und schließt mit Nathan, als Vertreter der Juden, Frieden und rettet ihn somit vor dem drohenden Tod.
Der aufgeklärte Nathan versucht, wie sein gesamtes Umfeld, auch den Tempelritter von einer friedlichen Koexistenz der Religionen zu überzeugen. Doch bevor er sein Vorhaben in die Tat umsetzen kann, passiert etwas Unerwartetes…

Mirjam Pressler schrieb den Roman, den sie keinesfalls „als Gegentext zu Lessings Drama“ versteht, um auch jüngeren Leser wichtige Werte wie Toleranz, Achtung und Nächstenliebe, in Form eines Romans zugänglich zu machen. Dieser gliedert sich in die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten auf die Handlung und ermöglicht dem Leser so, sich ein genaueres Bild von den Figuren zu machen, als in bei der Lektüre des Dramas möglich ist.
Nathan und seine Kinder wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet sowie 2010 für den Katholischen Kinder- und Jugendpreis und den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Die Klasse 9c im Fach Deutsch
unter der Leitung von StRefin Katharina Marr


Januar 2012

Lauf Junge lauf

Uri Orlev: Lauf, Junge, lauf
Gulliver Verlag 2011, 227 Seiten, TB 7,95€, empfohlen ab 13 Jahren

Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Roman handelt von einem 9-jährigen jüdischen Jungen namens Srulik, dem die Flucht aus dem Warschauer Ghetto zur Zeit des Zweiten Weltkriegs gelingt, woraufhin er zwei Jahre lang alleine ums Überleben kämpfen muss.
Srulik wächst mit seiner Familie im Ghetto von Warschau auf. Doch sein Vater wird verhaftet und seine Mutter verschwindet ebenfalls spurlos. Eines Tages schafft er es, aus dem Ghetto zu fliehen und findet auf der Flucht vor den Deutschen seinen Vater wieder, der ihm aufträgt, von jetzt an als Christ zu leben. Er heiße nun Jurek, damit seine wahre, jüdische Identität zum Schutz vor den Nationalsozialisten nicht mehr zu erkennen sei. Jurek schließt sich einer Gruppe streunender Kinder an und lernt, wie man in freier Natur überlebt. Später verlässt er die Jungen und durchquert allein die Wälder und fremden Gegenden. Einsamkeit und Hunger treiben ihn dennoch immer wieder in die polnischen Dörfer, wo er zeitweise Arbeit und einen Schlafplatz findet. Jedoch trifft er nicht nur hilfsbereite Menschen, sondern auch solche, die ihn verraten, woraufhin er mehrmals in den Wald flüchten muss. Auf seiner Flucht verliert Jurek auf tragische Weise seinen Arm, schafft es aber trotzdem allein zu überleben. Nach zwei Jahren wird er in ein jüdisches Waisenhaus gebracht, wo ein kindgerechtes Leben für Srulik beginnt. Sein Versprechen an seinen Vater bricht er jedoch nicht.
Wie empfehlen „Lauf, Junge, lauf“, da es sehr spannend erzählt, wie Juden zur Zeit des Nationalsozialismus ums Überleben kämpfen mussten. Der Leser erfährt viel Wissenswertes über die Zeit der Judenverfolgung. Da das Buch auf einer authentischen Geschichte beruht, steigert es das Leseinteresse. Man kann sich gut in die Hauptfigur hineinversetzen und erlebt Sruliks Flucht durch ergreifende Schilderungen hautnah mit.
Der Autor Uri Orlev wurde 1931 in Warschau geboren und lebt seit 1945 in Israel. Er gewann 1996 für sein Gesamtwerk den Hans-Christian-Andersen-Preis. Orlev ist heute 80 Jahre alt.
„Lauf, Junge, lauf“ war für den Deutschen Kinder-und Jugendliteraturpreis nominiert und stand auf der Empfehlungsliste des Katholischen Kinder-und Jugendbuchpreises.

Die Klasse 7b im Fach Deutsch
unter der Leitung von StRefin Katharina Marr

   

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